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Jesus von Nazareth

* n. e., ✝ n. e.
Christus
Jesus von Nazareth (6-4 v. bis etwa 30 n. Chr.) war der Sohn Marias und verkündete als Wanderprediger das anbrechende Reich Gottes. Mit der Zeit schlossen sich ihm immer mehr Menschen an, sodass er von Seiten der Obrigkeit als Gefahr wahrgenommen und gekreuzigt wurde. Grundsätzlich sind die Evangelien die Hauptquellen zu seinem Leben; eine der wenigen nicht-christlichen Quellen, die ihn erwähnen, ist Tacitus (Tac. ann. 15,44). Da die Evangelien aber erst Jahrzehnte nach seinem Tod (zwischen 70 und 110 n. Chr.) entstanden, spiegeln sie in weiten Teilen bereits die Rezeption seines Wirkens und die Wahrnehmung der frühen Kirche wieder.
Seine Anhänger deuteten Jesus als Christus (Griechisch: der Gesalbte, Hebräisch: Messias): Die Erwartung eines von Gott gesandten Heilsbringers stand in der jüdischen Tradition des Wartens auf einen zweiten Mose (Jes 9,5; 11,1), einen Menschensohn (Ez 2,1; Ps 80,18; Dan 7,13) bzw. einen neuen David (Mi 5,1). Die Evangelien bezeugen zudem den Glauben an die Menschwerdung Gottes in Jesus, seine Auferweckung durch Gott und seine Himmelfahrt.
In Anlehnung an den Apostel Paulus (1 Kor 15,3-5) entwickelte der Kirchenvater Augustinus die Deutung vom Tod Jesu als Opfer für die Menschheit zur Erlösung von der Erbsünde. Die ersten Konzilien entfalteten das Verständnis Jesu Christi als Teil der göttlichen Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und Geist) und mit zwei Naturen (wahrer Mensch und wahrer Gott). Wiederum in der jüdischen Tradition der Erwartung eines endzeitlichen Gerichts (Jes 2,4; Ez 7; Dan 7,26-28) wird auf die Wiederkunft Christi am Tag des Gerichts gehofft.
Das Große Glaubensbekenntnis, das zur Zeit Pacellis Teil jeder Messe war, fasst diese Glaubensüberzeugungen wie folgt zusammen:
"Gott von Gott,
Licht vom Lichte,
wahrer Gott vom wahren Gott;
Gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch Ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und um unseres Heiles willen
ist Er vom Himmel herabgestiegen.
Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau,
und ist Mensch geworden.
Gekreuzigt wurde Er sogar für uns;
unter Pontius Pilatus hat Er den Tod erlitten
und ist begraben worden.
Er ist auferstanden am dritten Tage,
gemäß der Schrift;
Er ist aufgefahren in den Himmel
und sitzet zur Rechten des Vaters.
Er wird wiederkommen in Herrlichkeit,
Gericht zu halten über Lebende und Tote:
und Seines Reiches wird kein Ende sein."
1925 führte Papst Pius XI. das Christkönigsfest ein, das im Nachgang des Ersten Weltkrieges die Hoffnung auf eine sich langfristig durchsetzende Friedensherrschaft Christi betonte.
Die Bewegung der Christen begann als jüdische Sekte. Langfristig setzte sich jedoch Paulus durch, der die Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde nicht als Voraussetzung für den Glauben an Gott ansah. Diese Entscheidung markiert den Beginn der Mission unter Griechen und Römern und der (zum Teil gewaltsamen) weltweiten Ausbreitung des Christentums. Von Beginn an spalteten sich die Anhänger Jesu aufgrund unterschiedlicher Auffassungen, insbesondere in den Bereichen der Gotteslehre, der Christologie und der Disziplin, in verschiedene Kirchen (von griech. ekklesía, Versammlung) und Konfessionen (von lat. confessio, Bekenntnis). Anfang der 1930er Jahre waren von insgesamt 2 Milliarden Menschen etwa 730 Millionen Christen und davon wiederum etwa 380 Millionen Katholiken.
Quellen
Das vollständige Römische Meßbuch lateinisch und deutsch mit allgemeinen und besonderen Einführungen im Anschluß an das Meßbuch von Anselm SCHOTT O. S. B., Freiburg im Breisgau 81941, S. 463.
Die Bibel, Einheitsübersetzung, Stuttgart 2016.
Enzyklika Quas primas vom 11. Dezember 1925, in: Acta Apostolicae Sedis 17 (1925), S. 593-610, in: www.vatican.va (Letzter Zugriff am: 24.01.2018).
TACITUS, Cornelius, Cornelii Taciti libri qui supersunt. Tomus I: Ab excessu Divi Augusti (Annales). Pars 1 Annales libri I–VI (Bibliotheca scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana), hrsg. von Stefan BORZSÁK / Kenneth WELLESLEY, Leipzig 1992.
Literatur
DORMEYER, Detlef, Jesus Christus, in: www.bibelwissenschaft.de (Letzter Zugriff am: 24.01.2018).
GNILKA, Joachim u. a., Jesus Christus I-VII, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 5 (1996), Sp. 804-840.
HEINZ, Andreas, Christkönig. I. Christkönigfest, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 2 (1994), Sp. 1140.
KROSE, Hermann Anton, Religionsstatistik, in: Lexikon für Theologie und Kirche 8 (1936), Sp. 790-793.
ROSENAU, Hartmut / HANST, Michael, Jesus Christus, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 3 (1992), Sp. 78-99, in:www.bbkl.de (Letzter Zugriff am: 24.01.2018).
SCHREIBER, Stefan, Begleiter durch das Neue Testament, Ostfildern 22010, S. 223-228.
SCHWEIZER, Eduard u. a., Jesus Christus, in: Theologische Realenzyklopädie 16 (1987), S. 670-772, 1-84.
SPARN, Walter, Jesus Christus, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online, in:www.brill.com (Letzter Zugriff am: 24.01.2018).
VIAF: 73945424
Empfohlene Zitierweise
Jesus von Nazareth, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Biographie Nr. 356, URL: www.pacelli-edition.de/gnd/118557513. Letzter Zugriff am: 23.08.2019.
Online seit 25.02.2019
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