Dokument-Nr. 619

Das Programm Dr. v. Kahrs. "Wir müssen uns Ehre und Achtung wieder erkämpfen!" – Kampf gegen die Schuldlüge, in: [Unbekannt], vor dem 08. Oktober 1923
Bei einem Empfang deutscher und ausländischer Pressevertreter führte am Samstag Generalkommissar Dr. v.  Kahr folgendes aus:
Vor allem müssen wir die Ehre und die Achtung in der Welt wieder erringen. Die Ehre ist die Seele im Leben eines Volkes. Das deutsche Volk hat infolge des langen Krieges und der schweren Wirkungen, die sich daraus ergeben haben, nicht so seine Ehre verteidigen können, wie es hätte sein sollen. Das muß anders werden.
Wir müssen uns die Ehre und Achtung im Völkerverkehr wieder verschaffen und wieder erkämpfen; wir müssen uns vor allem gegen die Lüge von der Schuld oder Alleinschuld des deutschen Volkes am Weltkrieg und von den deutschen Kriegsgreueln mit aller Kraft wehren und dazu wolle er das deutsche Volk aufrütteln, soweit es in seiner Kraft und seinem Arbeitsbereich liege.
Eine weitere Voraussetzung dafür, daß unser Volk wieder geachtet werde, sei das Bestehen einer Staatsautorität, eine Staatsmacht. Herr im Lande dürfe nur der Staat und die Staatsgewalt sein, sonst niemand. Der Staat solle aber auch ein Treubund sein, in dem alle Teile einander anerkennen, halten und stützen. Diese Staatsgewalt, die durch die Revolution ins Wanken geraten sei, wieder herzustellen, sie dem Einzelnen zu einer Lebensnotwendigkeit zu machen, aus Parteimenschen wieder Staatsbürger zu machen, alle nationalen Kräfte, die sich ins Staatsganze einordnen wollen, zusammenzufassen, das sei eine weitere wichtige Aufgabe, die er sich gestellt habe.
Empfohlene Zitierweise
Anlage vom vor dem 08. Oktober 1923, Anlage, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Dokument Nr. 619, URL: www.pacelli-edition.de/Dokument/619. Letzter Zugriff am: 22.04.2024.
Online seit 24.10.2013.